Das humoristische Genre war zu allen Zeiten in der Gesellschaft beliebt. Parodien, humoristische Szenen und Stand-up-Auftritte ziehen eine große Anzahl von Zuschauern an. In Deutschland erfreuen sich Comedy- und Satire-Shows großer Beliebtheit, und Komiker haben eine treue Fangemeinde. Über einen der Begründer des deutschen Humors berichten wir in unserem Beitrag auf munich-trend.eu.
Die frühen Jahre
Karl Valentin wurde am 4. Juni 1882 in einem Vorort von München geboren. Sein richtiger Name war Valentin Ludwig Fey. Der Junge besuchte die Volksschule und absolvierte danach eine Lehre als Schreiner. Nach Abschluss seiner Ausbildung arbeitete er in diesem Beruf und blieb etwa bis 1902 Schreiner. Doch sein Herz schlug für die Kunst – bei der Arbeit scherzte und unterhielt der junge Mann oft seine Kollegen.
Im Jahr 1902 entschied er sich endgültig, seinem „Herzensruf“ zu folgen – und er sollte Recht behalten. Er nahm den Künstlernamen Karl Valentin an und begann, das Publikum zu erobern. Karl trat in Varietés auf, war Coupletsänger und spielte Mandoline.
Auftritte und die Gründung eines berühmten Duos
Seinen ersten großen Erfolg erzielte der Komiker mit seinem selbst verfassten Monolog „Aquarium“. Daraufhin wurde er bekannt und ans „Volkssergebühne“ eingeladen, trat aber auch auf anderen Bühnen auf.
Einen Wendepunkt stellte für Karl das Jahr 1911 dar, als er die Künstlerin Liesl Karlstadt kennenlernte. So entstand ein großartiges kreatives Duo. In 25 Jahren Zusammenarbeit schufen Valentin und Karlstadt etwa 400 Sketche und humoristische Nummern. Gemeinsam traten sie nicht nur auf der Bühne auf, sondern spielten auch in Filmen mit. Ihr Kinodebüt feierten sie im Film „Mysterien eines Frisiersalons“, inszeniert von Erich Engel und Bertolt Brecht. Als bester Film ihrer Karriere gilt jedoch die Komödie „Die verkaufte Braut“, die 1932 von Max Ophüls gedreht wurde. Diese komische Oper gilt als ein Meilenstein der tschechischen Kultur.
1934 gerieten die Beziehungen zwischen Karl und Liesl in eine Krise, die ihre Karriere buchstäblich zerstörte. Karl investierte erhebliche finanzielle Mittel in das Museumsprojekt „Panoptikum“, was ihn in den Bankrott trieb. In dieser Zeit begann er, mit einer neuen Partnerin, Annemarie Fischer, aufzutreten. Für Liesl hatte dies schwerwiegende Folgen: Am 6. April 1935 versuchte sie, sich das Leben zu nehmen, indem sie in die Isar sprang. Sie konnte gerettet werden, zog sich jedoch zurück und führte ein zurückgezogenes Leben.

Später traf Karl sie nur einmal wieder. Das berühmte Duo trat 1948 noch ein letztes Mal gemeinsam auf.
Der Niedergang der Karriere
Valentins Karriere befand sich im Niedergang. Er trat noch auf, doch der frühere Ruhm blieb aus. Auch finanziell stand er schlecht da. Ohne feste Anstellung und ohne Einkommen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erheblich.
1948 wurde der Komiker zufällig über Nacht in einem ungeheizten Raum des Münchner Theaters eingeschlossen. Durch die Unterkühlung erkrankte er an einer Lungenentzündung und starb im Alter von 65 Jahren.
Der Künstler wurde in Planegg bei München beigesetzt.
Lieblingsgenre und anerkannte Meisterschaft
Karl Valentins Schaffen hatte einen bedeutenden Einfluss auf seine Zeitgenossen. Der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky bezeichnete sein Werk als „einen höllischen Tanz der Vernunft um die beiden Pole des Wahnsinns“.
Seine Darbietungen waren oft von „schwarzem Humor“ geprägt. Valentins Kunst konzentrierte sich auf sprachliche Geschicklichkeit und Wortwitz. In seinen Monologen scherzte der Komiker oft über Feuerwehrleute, Musiker, Ökonomen und andere. Häufig begannen seine Auftritte mit einem einfachen Missverständnis, das sich im Laufe der Nummer entwickelte.
Eines ist sicher: Karl Valentins Werk legte den Grundstein für die Entwicklung des humoristischen Genres in Deutschland. In München steht sogar eine Statue des berühmten Komikers, zu der Fans bis heute Blumen bringen.

Ehrungen und Vermächtnis
Auch die Karnevalsvereinigung „Gesellschaft der Narren“ stiftete den „Karl-Valentin-Orden“. Während der Karnevalszeit in Deutschland wird dieser Orden an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verliehen, die durch eine besonders witzige Aussage, Rede oder einen humorvollen Beitrag aufgefallen sind.
Dies beweist erneut, dass Karl Valentin die Verkörperung des deutschen Humors ist.





