Cuvilliés-Theater – das Hoftheater der Münchner Residenz

Das Münchner Cuvilliés-Theater (Altes Residenztheater) wird oft als das beste Rokokotheater Deutschlands bezeichnet. Es bietet eine elegante Kulisse für Opern, Operetten und Theaterstücke. Erfahren Sie mehr über die lange Geschichte dieses Theaters und seine architektonischen Besonderheiten auf munich-trend.eu.

Geschichte

Nach einem Brand im Georgssaal der Münchner Residenz ordnete der bayerische Kurfürst Maximilian III. Joseph den Bau eines neuen Theaters außerhalb des Palastes an. Zwischen 1751 und 1753 errichtete François de Cuvilliés das Residenztheater. Später entstand in unmittelbarer Nähe am Max-Joseph-Platz das Nationaltheater, die heutige Heimat der Bayerischen Staatsoper, des Bayerischen Staatsorchesters und des Bayerischen Staatsballetts.

Das Residenztheater beeindruckte seit Mitte des 18. Jahrhunderts mit seinem prachtvollen Glanz und war Schauplatz unzähliger aufwendiger Operninszenierungen. 1781 fand hier die Uraufführung von Mozarts Oper Idomeneo statt. Im Jahr 1806 feierte der französische Kaiser Napoleon I. die Erhebung Bayerns zum Königreich in München. Anlässlich dieses Ereignisses wurden im Theater zwei Opern aufgeführt: Das unterbrochene Opferfest von Peter von Winter und Mozarts Don Giovanni.

Im frühen 19. Jahrhundert wurde das Residenztheater nicht nur für den königlichen Hof, sondern auch für die Bürger Münchens zugänglich. Unter König Ludwig I. wurden die Theateraufführungen zunächst eingestellt, und die Innenausstattung des Theaters wurde entfernt. Später brachte König Maximilian II. das Residenztheater wieder ins Zentrum des Münchner Kulturlebens, indem er es renovieren und für klassische Opern vorbereiten ließ.

Unter König Ludwig II., der vom historischen Geist des Theaters fasziniert war, fanden zwischen 1872 und 1885 exklusive Aufführungen statt, die durch prächtige Dekorationen und ausgefeilte Bühnentechnik beeindruckten. Die königliche Loge war mit Vorhängen versehen, um den scheuen König vor neugierigen Blicken zu schützen.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde auf den Überresten des Rokoko-Juwels ein neues Theater – das Neue Residenztheater – errichtet und 1951 eröffnet. Im Jahr 1956 entschied man, das alte Residenztheater wiederaufzubauen. Es wurde 1958 zum 800-jährigen Jubiläum Münchens mit Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro feierlich eröffnet und zu Ehren des Architekten in Cuvilliés-Theater umbenannt. Zwischen 2004 und 2008 wurde das Theater erneut renoviert und technisch modernisiert.

Das erste Rokoko-Theater Münchens

Das Cuvilliés-Theater ist das erste Rokoko-Theater Münchens. Als es Anfang des 19. Jahrhunderts für alle Bürger Münchens geöffnet wurde, galt die königliche Dekoration zunächst als Relikt vergangener Zeiten. Trotz einiger Forderungen, das Theater nach einem weiteren Brand abzureißen, konnte es erhalten bleiben.

Heute zieht das prächtige Interieur Besucher aus aller Welt an. Die Gestaltung des Theaters ist in Rot und Gold gehalten. Vier Stockwerke mit je 14 Logen umgeben den hufeisenförmigen Zuschauerraum. Besonders beeindruckend ist die Loge gegenüber der Bühne, die vom zweiten bis zum dritten Rang reicht und von Figuren der Atlanten und Karyatiden gestützt wird.

Das filigrane Schnitzwerk der Logen mit Figuren, pflanzlichen Ornamenten und Mustern macht das Cuvilliés-Theater zu einem Meisterwerk des bayerischen Rokoko und zu einem der schönsten Theater Europas. Es dient auch als Museum und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Repertoire

Das Repertoire des Cuvilliés-Theaters umfasst hauptsächlich Opern, Operetten und Theaterstücke. Ein Ensemble aus Solisten sowie Mitgliedern des Münchner Philharmonieorchesters und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks präsentiert ausgewählte Meisterwerke des klassischen Repertoires.

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