Im frühen 13. Jahrhundert war München ein Zentrum der Kirchenmusik – die älteste Quelle der bayerischen Musiktradition. Bereits im 13. Jahrhundert existierte an der Hauptkirche Münchens, der St.-Peter-Kirche, eine Schule für Knaben (Frauen war es nicht erlaubt, in Kirchen zu singen). Seitdem hat sich das musikalische Leben der Stadt erheblich verändert. Mehr über die Entwicklung der Musik in München erfahren Sie auf munich-trend.eu.
Wandermusiker und die Anfänge
Im 14. Jahrhundert berichteten Münchens damalige Medien von höfischen Festen, insbesondere Hochzeiten. Mit dem Wachstum der Stadt entwickelte sich auch die Musikkultur. Die mächtige europäische Dynastie der Habsburger schloss Ehen mit bayerischen Herzögen, und zu den Feierlichkeiten wurden Musiker aus anderen Regionen eingeladen.
Zu dieser Zeit waren Musiker Wandergesellen, die speziell für festliche Anlässe engagiert wurden. Erst ab dem späten 15. Jahrhundert fanden sie in München feste Anstellungen, vor allem in neu gegründeten Hofkapellen.
München: Ein musikalisches Zentrum der Welt
Ein bedeutender Wendepunkt in der musikalischen Geschichte Münchens während der Renaissance war das Auftreten von Orlando di Lasso, einem franko-flämischen Komponisten, Sänger und Dirigenten. Er kam aus Antwerpen an den Hof von Herzog Albrecht V. und wurde der bedeutendste Musiker seiner Zeit. Zusammen mit dem italienischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina machte di Lasso München zu einem musikalischen Zentrum Europas – und möglicherweise der Welt.

Di Lasso komponierte vorwiegend geistliche Musik, während Palestrina auch weltliche Werke schuf. Heute ist Palestrina noch in Fachkreisen bekannt, während der Name di Lasso weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Interessanterweise wurde das Denkmal für di Lasso am Promenadenplatz nach dem Tod von Michael Jackson spontan von Fans des „King of Pop“ umgestaltet.
1657 wurde in München das Salvatortheater am Salvatorplatz (heute Standort des Literaturhauses) eröffnet. Dort fanden Karnevalsaufführungen und Premieren berühmter Opern statt. Die weltliche Musik gewann zunehmend an Bedeutung. Das Theater wurde jedoch 1802 abgerissen.
Der Aufstieg der Oper und die Säkularisierung
Im 18. Jahrhundert verfügte München über vier Musiktäler: das Heckentheater oder Gartentheater (1719), das Theater in Nymphenburg (1723) sowie das barocke Logentheater in der Residenz (1740). Der Erfolg dieser Einrichtungen hing stark von der wirtschaftlichen Lage ab. Während wirtschaftlicher Hochphasen wurden Musikfestivals und Opern veranstaltet. Unter Kurfürst Maximilian III. wurde München zum Zentrum der italienischen Oper.
Die Säkularisierung im frühen 19. Jahrhundert führte zu einem Wandel von der Kirchenmusik hin zur weltlichen Musik. 1816 dominierten polyphone Vokalkompositionen von Komponisten wie Orlando di Lasso, Johann Joseph Fux und Johann Michael Haydn.

Die Zeit Ludwigs I. und die deutsche Oper
Mit der Thronbesteigung von Ludwig I. im Jahr 1825 begann eine neue Ära. Ludwig verbot die italienische Oper und schloss das Volkstheater (Volksschauspiel), das seit 1811 Volksstücke und leichte Opern aufführte. Auch das Residenztheater wurde 1831 geschlossen, jedoch 1856 wiedereröffnet.
Die Premieren von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ (1865) und „Die Meistersinger“ (1868) fanden in München statt. 1865 eröffnete das Gärtnerplatztheater, das sich der leichten Oper widmete. In dieser Zeit wurden auch der Opernfestival Opernfestspiele und der erste Sommermusikfestival Festsommer ins Leben gerufen, die sich vor allem Werken von Wagner, Mozart und Strauss widmeten.

München als Zentrum der musikalischen Bildung
1830 wurde die Central-Singschule gegründet, 1846 das Königliche Konservatorium für Musik, das später zur Hochschule für Musik und Theater München wurde. Ein weiterer wichtiger Ort ist das Institut für Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das 1894 gegründet wurde.

Bedeutende Münchner Komponisten
Zu den Vertretern der Münchner Musikszene des 19. Jahrhunderts zählen Richard Strauss, Ludwig Thuille, Friedrich Klose, Max von Schillings und Hans Pfitzner. Richard Strauss bleibt eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte. Sein musikalisches Erbe umfasst eine Vielzahl klassischer Kompositionsformen, wobei er vor allem durch seine Opern und Tondichtungen bekannt wurde.






