Der berühmte Filmregisseur Herbert Achternbusch

Künstler sind oft außergewöhnliche Persönlichkeiten, manchmal sogar schwer vom gesellschaftlichen Mainstream zu verstehen. So war es auch beim renommierten deutschen Regisseur Herbert Achternbusch. In unserem Beitrag auf munich-trend.eu beleuchten wir sein Leben, seine Werke und seine kontroversen Aktionen näher.

Biografie

Herbert Achternbusch wurde am 23. November 1938 in München geboren. Er war ein uneheliches Kind und wurde erst 1960 von seinem leiblichen Vater adoptiert, der ihm seinen Nachnamen gab. Daher wuchs der kleine Herbert bei seiner Großmutter im Bayerischen Wald auf, wo er zunehmend in die Welt der Kunst eintauchte. Er besuchte die Volksschule und das Gymnasium, nahm an Kursen in Malerei und Bildhauerei teil und versuchte sich auch in der Literatur.

Seine Leidenschaft für die Kunst beeinflusste auch sein Privatleben: 1962 heiratete er seine Kunstdozentin. Das Paar bekam vier Kinder.

In der Zwischenzeit vertiefte sich Achternbusch immer mehr in die Literatur. 1964 erschien sein erster Gedichtband, und ab 1969 wurden seine Werke im Suhrkamp Verlag veröffentlicht.

Doch das Hauptwerk seines Lebens war die Filmregie.

In den 1970er-Jahren begann der talentierte Künstler mit Kurzfilmen. Sein erster Spielfilm war „Das Andechser Gefühl“. Übrigens spielte Achternbusch in seinem Regiedebüt und in vielen seiner weiteren Filme selbst die Hauptrolle.

Herbert übernahm alle Aufgaben: Er war Regisseur, Drehbuchautor, Hauptdarsteller und Produzent. Verantwortung für seine Werke teilte er nur mit den engsten Vertrauten, weshalb seine Frau Gerda und seine Tochter oft Teil seines Teams waren.

Herbert Achternbusch starb am 10. Januar 2022 in München, wo er auch beigesetzt wurde.

Filmografie

Der Regisseur gilt als Verkörperung Bayerns – allerdings des anarchistischen Bayerns. Die meisten seiner Werke waren Low-Budget-Produktionen, die dennoch das Publikum fesselten. Seine Drehbücher basierten auf Themen wie Liebe und Hass, Akzeptanz der Besonderheiten seiner Heimat, biografischen Elementen und seinen persönlichen Wünschen. Oft behandelten seine Filme tabuisierte Themen, und einige Szenen wurden zensiert.

Zu seinen bekannten Werken zählen: „Atlantikschwimmer“, „Blaue Blumen“, „Mix Wix“, „Ab nach Tibet“, „Picasso in München“, „Die neue Freiheit – keine Jobs“, „Olympische Favoritin“, „Das Klatschen einer Hand“, „Servus Bayern“ und „Das Gespenst“.

Die Veröffentlichung der beiden letztgenannten Filme sorgte für große Kontroversen.

Skandale

1981 protestierte der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks gegen den Film „Servus Bayern“, der einer strengen Zensur unterzogen wurde.

Der größte Aufruhr jedoch entstand 1982 mit der Premiere des Films „Das Gespenst“. Der Film wurde als „blasphemisch“ eingestuft. Das Bundesinnenministerium verweigerte daraufhin die Finanzierung, da religiöse Gefühle eines Großteils der Bevölkerung verletzt wurden. Der Regisseur war mit dieser Einschätzung absolut nicht einverstanden und zog vor Gericht. Erst zehn Jahre später und nach zahlreichen Instanzen erhielt Herbert Achternbusch recht.

Trotz dieser Kontroversen erhielt Achternbusch zahlreiche Nominierungen für deutsche Filmpreise, was seine Anerkennung in künstlerischen Kreisen belegt. Seine Werke waren nicht jedermanns Sache, aber sein Talent und seine Einzigartigkeit sind unbestreitbar.

Eines der bekanntesten Zitate des Regisseurs lautet: „Du hast keine Chance, aber nutze sie!“.

So war er: skandalös, unverstanden, kontrovers, aber talentiert und ehrlich. So ist er auch in die Geschichte der Weltkinokunst eingegangen. Sein einzigartiger „Handschrift“ ist in jedem seiner Werke leicht zu erkennen.

Herbert Achternbusch war ein Schöpfer, dessen Kunst „nicht für alle“ bestimmt war, aber dessen Filme er wie seine eigenen Kinder behandelte.

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