Deutsches Theater in München – Deutschlands größtes Gastspieltheater

Das Deutsches Theater ist ein zentral gelegenes Kulturzentrum in München, das traditionelle und klassische Aufführungen präsentiert, darunter Opern, Operetten, Ballette und Musicals. Neben großen Produktionen mit lokalen und internationalen Künstlern zeigt das Theater auch Varieté, Vaudeville, Zaubershows und Zirkusaufführungen. Es ist zudem Gastgeber des jährlichen Münchner Karnevals sowie zahlreicher gesellschaftlicher Veranstaltungen und Bälle. Stand 2023 ist es das größte Gastspieltheater Deutschlands. Mehr dazu lesen Sie auf munich-trend.eu.

Der schönste Ballsaal und das nobelste Kabarett

Das Deutsches Theater öffnete seine Türen im September 1896. Es wurde von Alexander Blum, Joseph Rank und Karl Storch im Stil des Neobarocks erbaut. Der Komplex umfasste damals einen Zuschauerraum mit 1679 Plätzen, einen kleineren Saal, Restaurants, Cafés, Geschäfte und 30 Wohnungen.

Anfänglich wurde das Theater für Vaudevilles, Volksstücke, Komödien, Sportveranstaltungen und Karnevalsbälle genutzt. Nach dem Neujahrsball 1896 wurde das Deutsches Theater schnell zur Top-Adresse für den Münchner Karneval. Jedes Jahr im Januar und Februar verwandelt sich das Theater in den schönsten Ballsaal Europas.

Zwischen der Jahrhundertwende und den wilden 1920er Jahren entwickelte sich das Theater zu einem der edelsten Kabaretts, das Auftritte europäischer Komiker, Akrobaten, Tänzer und Musiker bot.

Kriegsjahre und Nachkriegszeit

Während des Ersten Weltkriegs wurde das Theater 1914 für zwei Monate geschlossen. Nach der Wiedereröffnung wurde das Programm nationalistisch geprägt – internationale Einflüsse wurden ausgeschlossen.

Im Jahr 1918 nutzten die Räte der Bayerischen Räterepublik den Festsaal des Theaters für ihre Versammlungen. Später übernahm Hans Gruß die Leitung des Hauses und führte Revuen mit prunkvollen Inszenierungen ein. Die The Tiller Girls, eine populäre Tanztruppe aus England, sowie der bayerische Komiker Karl Valentin zählten zu den Höhepunkten der damaligen Aufführungen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus sorgten Aufführungen wie die der Tänzerin Josephine Baker für Kontroversen, und das Theater geriet zunehmend unter politischen Druck. 1943 wurde das Gebäude durch Bombenangriffe schwer beschädigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Theater 1951 teilweise wiedereröffnet und begann mit einem vielfältigen Programm, das klassische Dramen, Ballett und Operette umfasste.

Restaurierung und Modernisierung

Ab 2008 wurde das Deutsches Theater umfassend renoviert. Während dieser Zeit wurden Aufführungen in einem Zelt in Fröttmaning sowie später in einer Ausweichspielstätte in der Schwanthalerstraße präsentiert. Die Restaurierung wurde 2014 abgeschlossen, und das Theater erstrahlte in neuem Glanz. Seither begeistert es jährlich über 350.000 Besucher mit einer vielfältigen Mischung aus Musicals, Tanz, Kabarett und Shows.

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